WORKSHOP-PHASE I

Donnerstag 19.04.2018 – 16:00–18:00 Uhr
Workshop-Phase I

Familiäre Krisen

Workshop 01
Möglichkeiten der ambulanten Erziehungshilfe zur Kooperation mit Eltern, deren Kinder in einer Bereitschaftspflegefamilie leben
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Workshop 02
Inobhutnahme – wie kann der konkrete Ablauf sinnvollerweise aussehen
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Workshop 03
Migrationssensibler Umgang mit Krisen und Interventionen
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Biografische Weichenstellungen

Workshop 04
Begleitete Umgänge in Zeiten des Übergangs
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Workshop 05
Befristete Bereitschaftspflege: Welche biografischen Weichenstellungen können gelingen?
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Workshop 06
Methoden der Übergangsgestaltung
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Workshop 07
Ältere Kinder in der Bereitschaftspflege – Berichte aus der Praxis
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Workshop 08
Juristische Perspektive auf Verbleib und Rückkehr
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Kooperationen

Workshop 09
Hilfe. Plan. Perspektiven – eine Fallwerkstatt
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Workshop 10
Wer redet mit in der Bereitschaftspflege – Zusammenarbeit und Konflikt
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WORKSHOP-INHALTE

Workshop und Arbeitsgruppen – Phase I
Donnerstag 19.04.2018

Familiäre Krisen

Workshop 1
Möglichkeiten der ambulanten Erziehungshilfe zur Kooperation mit Eltern, deren Kinder in einer Bereitschaftspflegefamilie leben
In diesem Workshop sollen die Möglichkeiten der ambulanten Erziehungshilfe im Kontext der Bereitschaftspflege diskutiert und auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden.

So stellen sich Fragen wie:

  • Wie können die ersten Tage und Wochen ohne Kind angemessen begleitet werden?
  • Wo ist Raum für die Vor- und Nachbereitung der Besuchskontakte mit den Eltern?
  • Wie klärt sich, welche Veränderungen Eltern vornehmen müssen, damit ihr Kind zu ihnen zurückkehren kann? Welche Unterstützungsangebote können ihnen gemacht werden?
  • Wie wird die mögliche Rückkehr des Kindes in sein Familiensystem vorbereitet und begleitet?
  • Wer begleitet den Prozess der Ablösung vom Kind, wenn es keine Rückkehroption (mehr) gibt? 

Angesichts knapper Ressourcen bei den Allgemeinen Sozialen Diensten und den Pflegekinderdiensten bleiben bislang viele dieser Fragen unbeantwortet. Eine Perspektive, die die Bedeutung der Kooperation mit den Eltern für die Entwicklung ihres Kindes stärker in den Blick nimmt, ermöglicht neue Wege, in der die ambulante Erziehungshilfe einen wichtigen Part übernehmen kann.  

Referentin:
Andrea Dittmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen
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Workshop 2
Inobhutnahme – wie kann der konkrete Ablauf sinnvollerweise aussehen
Auf der Grundlage des § 42 des SGB VIII stellen wir einen von der IGfH- Fachgruppe Inobhutnahme als idealtypisch angenommenen Verlauf einer Inobhutnahme vor. Als Beispiel zeigen wir Abläufe von Inobhutnahmen in Großstädten – Berlin, Bremen – und in eher ländlich strukturierten Gebieten auf. Anhand unterschiedlicher Formen von inobhutnehmenden Einrichtungen versuchen wir, basierend auf unterschiedlichen kommunalen Herausforderungen, Antworten aus der Praxis darzustellen, um diese mit den Teilnehmer_innen im Sinne der Darstellung von »best practice« zu diskutieren und an den gemeinsamen Erfahrungen zu partizipieren. Ziel ist es dabei Funktionierendes in ganz unterschiedlichen Inobhutnahmesystemen zu betrachten und gegebenenfalls auch zu prüfen, inwieweit eine Übertragbarkeit auf eigene Systeme ansatzweise möglich ist.

Referenten:
Rüdiger Riehm, Sprecher Fachgruppe Inobhutnahme der IGfH, St. Theresienhaus, Bremen
Andreas Neumann-Witt, Sprecher Fachgruppe Inobhutnahme der IGfH, Berliner Notdienst Kinderschutz

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Workshop 3
Migrationssensibler Umgang mit Krisen und Interventionen
In einer multikulturell geprägten Gesellschaft gilt es die Stärkung des Zusammenlebens, die interkulturelle Verständigung, den wertschätzenden Umgang mit den Unterschieden und die Entwicklung sowie den Ausbau der Konfliktfähigkeit zu befördern. Auch der Umgang mit Krisen und Interventionen muss sich der kulturellen und sozialen Heterogenität der Kinder und Familien annehmen. Was heißt dies für die Pflegekinderhilfe und speziell für die Bereitschaftspflege? Wie kann kommunikative, interkulturelle Offenheit sichergestellt werden? Wie gehe ich mit Vorurteilen um? Wie verhalte ich mich in Krisensituation? Worauf muss ich achten? Das sind u.a. die Fragen, mit denen wir uns in diesem Workshop beschäftigen werden, in dem Bewusstsein, dass Deutungen, die alle Handlungen eines Menschen nur aus der Klasse, dem Geschlecht, der Kultur, der Religion etc. ableiten, nicht nur unangemessen sind, sondern auch gefährlich und schnell eindimensional werden können.

Referentin:
Esra Tekkan-Arslan, Plan B Ruhr e. V., Interkulturelle Kinder- und Jugendhilfe, Bochum
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Biografische Weichenstellungen

Workshop 4
Begleitete Umgänge in Zeiten des Übergangs
Kinder haben während der Perspektivklärung meist regelmäßigen Kontakt zu ihren Eltern, um die Kontinuität von bestehenden Bindungen sicherzustellen. Die Anforderungen an die begleitenden Fachkräfte sind dabei hoch: Es braucht verbindliche Absprachen zur Umgangsgestaltung. Nähe und Distanz werden reguliert, die Fachkräfte müssen einschätzen, wie es dem Kind geht und die Kooperation zwischen den Erwachsenen unterstützen. Die Signale des Kindes müssen berücksichtigt werden.
Im Workshop wird das Konzept der »Familiencafés« vorgestellt und es sollen Ideen entwickelt werden, die zum Gelingen von begleiteten Umgängen beitragen können.

Referentinnen:
Marjam Glosemeyer, PiB – Pflegekinder in Bremen gemeinnützige GmbH Mathilde Selting, PiB – Pflegekinder in Bremen gemeinnützige GmbH
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Workshop 5
Befristete Bereitschaftspflege: Welche biografischen Weichenstellungen können gelingen?
Im Workshop werden zwei unterschiedliche Modelle der Bereitschaftspflege und Verfahren aus den Jugendämtern Düsseldorf und Dithmarschen vorgestellt.
Entsprechend der konzeptionellen Rahmung der Familiären Bereitschaftsbetreuung in Düsseldorf endet die Bereitschaftspflegezeit nach der Perspektivklärung in der Regel mit der Rückführung oder Weitervermittlung des Kindes in eine geeignete Anschlusshilfe, z. B. Erziehungsfamilie. Wünsche von Eltern, Vormund und Bereitschaftspflegefamilien zum Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie werden bedarfsgerecht im Einzelfallverfahren abgewogen.
In Dithmarschen wird die »Doppeloption« praktiziert. Das bedeutet, dass bei jeder Familie, die ein Kind in Bereitschaftspflege nimmt, die Möglichkeit besteht, das Pflegeverhältnis befristet oder auf Dauer zu gestalten – je nachdem, welche Erfahrungen das Kind und die Familie miteinander machen.
In Kleingruppenarbeit werden Chancen und Möglichkeiten, aber auch Fallstricke der Modellvarianten diskutiert und im Plenum zusammengetragen und bewertet.

Referenten:
Andreas Sahnen, Pflegekinderdienst, Sachgebietsleiter, Stadtjugendamt Düsseldorf
Bernd Antonowitsch, Fachdienst Sozialpädagogische Hilfen, Schwerpunkt Pflegekinder, Kreisjugendamt Dithmarschen
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Workshop 06
Methoden der Übergangsgestaltung
Pflegekinder erfahren in ihrem Leben mehr und umfassendere Übergänge, als dies Kinder in leiblichen Familien tun. Neben entwicklungsbedingten Übergängen wie vom Kindergarten in die Schule ist vor allem der Übergang von der Herkunftsfamilie in die Pflegefamilie zu bewältigen, der mit gravierenden Veränderungen einhergeht. Der Lebensort wird gewechselt, alte Beziehungen werden abgebrochen oder verändern sich, neue müssen aufgebaut werden. Viele Pflegekinder erfahren nicht nur einen, sondern mehrere Wechsel der Lebensorte und Bezugspersonen. Veränderungen lösen Ängste und Unsicherheiten aus, sie sind eine Herausforderung für das Kind und alle Beteiligten. Bei Umgangskontakten, die einen »kleinen Übergang« darstellen, wird dies häufig immer wieder deutlich.
Was hilft Pflegekindern bei der Bewältigung dieser Herausforderungen? Wie können die biografischen Zusammenhänge der Kinder gesichert werden und Fachdienste Übergänge gut gestalten und begleiten?

Referentin:
Birgit Lattschar, Systemische Beraterin und Supervisorin (SG), Dackenheim

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Workshop 07
Ältere Kinder in der Bereitschaftspflege – Berichte aus der Praxis
Seit 20 Jahren ist Familie Spiekermann aus Hamburg in der Bereitschaftspflege aktiv. Ihr Profil ist »10+«, d. h. bei ihr finden Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren vorübergehend ein neues Zuhause. In der Pubertät, in der ja angeblich junge Menschen »kaum zu ertragen sind«, trifft sie die plötzliche Trennung aus den gewohnten, wenn auch schwierigen familiären Zusammenhängen besonders schwer. Die Bereitschaftspflege kann die Chance bieten, neue und ungekannte Erfahrungen zu machen, denn hier erleben Pflegekinder oft zum ersten Mal andere Familienkonzepte. So können sich Chancen eröffnen, Probleme frei und ehrlich anzusprechen und Perspektiven für die »Zeit danach« entwickeln. Eine Bereitschaftspflegefamilie macht in diesem Workshop das Angebot an die Teilnehmenden über die konkrete Praxis und den Alltag ins Gespräch zu kommen.

Referent_innen:
Gerd & Heike Spiekermann, Hamburg

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Workshop 8
Juristische Perspektive auf Verbleib und Rückkehr
»Vollzeitpflegeverhältnisse sind in Deutschland überwiegend auf Dauer angelegt, Bereitschaftspflege ist als vorübergehende Intervention konzipiert«, hört der Jurist immer wieder und ist verwundert, denn das Recht differenziert anders. Auch die Unterbringung bei einer Pflegefamilie im Rahmen einer Inobhutnahme ist Vollzeitpflege (§ 44 Abs. 1 SGB VIII).
Viele Pflegekinderverhältnisse in Deutschland enden daher mit einer Rückkehr in die Herkunftsfamilie. Dauert der Verbleib indes in der Bereitschaftspflege zu lange, kann dies für die Kinder, belegenden Jugendämter und Pflegefamilien ungünstig sein. Wenn das Kind im Verhältnis zum Lebensalter schon so lange stabil in der Pflegefamilie gelebt hat, dass eine Rückkehr sein Wohl gefährden würde, können Pflegeeltern den Verbleib gegebenenfalls auch gerichtlich erzwingen.
Der Workshop reflektiert das verwobene, teilweise verworrene Wechselspiel von Recht, Verwaltungs- und Hilfelogiken und greift dabei Fragestellungen und Praxiserfahrungen der Teilnehmenden auf.

Referent:
Thomas Meysen, DIJuF, Heidelberg
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Kooperationen

Workshop 09
Hilfe. Plan. Perspektiven – eine Fallwerkstatt
Der Workshop vermittelt den Teilnehmer_innen einen multiperspektivischen Zugang in das Erleben der beteiligten Personen eines Bereitschaftspflegeverhältnisses. Auf dieser Grundlage werden Vorschläge für die Berücksichtigung der unterschiedlichen Perspektiven in der Gestaltung des Hilfeplanverfahrens gesammelt.
Welche Möglichkeiten und Grenzen bestehen im Einzelfall? Welche Besonderheiten gilt es im Rahmen der Bereitschaftspflege zu berücksichtigen? Wie gelingt es, die Perspektiven der beteiligten Kinder trotz der divergierenden Interessen auf Ebene der Erwachsenen im Fokus zu behalten? Abschließend wird gemeinsam bewertet, ob durch eine konsequente Beteiligung der relevanten Akteur_innen eine Qualitätsentwicklung innerhalb der Hilfeplanung möglich ist.

Referent: 
Dirk Schäfer, Perspektive gGmbH, Bonn und Mitglied Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen 
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Workshop 10
Wer redet mit in der Bereitschaftspflege – Zusammenarbeit und Konflikt
Kommt ein Kind in Bereitschaftspflege, teilen sich mehrere die Verantwortung für ein Kind. Auf jeden Fall sind die Pflegeeltern dabei, je nachdem Pflegekinderdienst, ASD und Vormund und die (noch) sorgeberechtigten Eltern. Wie werden in dieser Situation Entscheidungen gefällt, beispielsweise zum Umgang? Wer wird wann einbezogen? Gibt es ein verlässliches Procedere? Und schließlich: Wie kann mit Konflikten konstruktiv umgegangen werden?
Im Workshop soll darüber gesprochen werden, welche wichtigen Entscheidungssituationen in der Bereitschaftspflege auftauchen und welche Erfahrungen es mit Entscheidungsprozessen gibt. Vorschläge zur Weiterentwicklung von Entscheidungsprozessen und dem Umgang mit Konflikten werden diskutiert.

Referentin: 
Henriette Katzenstein, DIJuF, Heidelberg
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