WORKSHOP-PHASE II

Freitag 20.04.2018 – 10:45–12:45 Uhr
Workshop-Phase II

Familiäre Krisen

Workshop 11
Familienrat: Übergänge in Verwandtenpflege – familiäre Krisen »anders« lösen
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Workshop 12
Beteiligung von Kindern in Krisensituationen
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Biografische Weichenstellungen

Workshop 13
Brücken bauen und informieren – Biografiearbeit in der Bereitschaftspflege
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Workshop 14
»Im Wechselbad der Gefühle« – Weichenstellung »Rückführung«
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Workshop 15
Fischbowl: Bereitschaftspflegeeltern als Experten für die Übergangsgestaltung
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Workshop 16
Gespräche mit Kindern / Aussagedokumentation
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Workshop 17
Übergänge gestalten – Kontinuität sichern
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Kooperationen

Workshop 18
Zusammenarbeit mit dem Familiengericht
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Workshop 19
Ombudschaften – Impulse für eine neue Weichenstellung
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Workshop 20
Brennpunkte in der Bereitschaftspflege –
Perspektivklärung, Umgangskontakte,  Vermittlungsentscheidung
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WORKSHOP-INHALTE

Workshop und Arbeitsgruppen – Phase II
Freitag 20.04.2018

Familiäre Krisen

Workshop 11
Familienrat: Übergänge in Verwandtenpflege – familiäre Krisen »anders« lösen
Das Verfahren Familienrat geht davon aus, dass wichtige Entscheidungen in der Familie von den Expert_innen selbst getroffen werden und in Abstimmung mit den Fachleuten der Kinder- und Jugendhilfe eine gemeinsame Vereinbarung für die Perspektive des Kindes oder Jugendlichen getroffen wird.
Nach dem Motto »Alle an einen Tisch« lädt die Familie die ihr wichtig erscheinenden Menschen aus dem Umfeld zu dem Familienrat ein und ein Plan wird auf Grundlage einer Sorge erarbeitet. Bei der Vorbereitung wird die Familie von einer Koordinatorin begleitet.
Es wird das Verfahren Familienrat mit seinem Ablauf vorgestellt und anhand von Praxisbeispielen eine Palette an Fragestellungen und Situationen gezeigt.
Die Situationen von Säuglingen, Schulkindern oder Jugendlichen im krisenhaften familiären Umfeld werden betrachtet und der Familienrat wird beispielhaft an weiteren Fragestellungen erläutert.

Referentin:
Martina Erpenbeck, Koordinatorin für Familienräte bei PFIFF gGmbH, Fortbildungen und Infoveranstaltungen für das Verfahren Familienrat bundes- und europaweit tätig
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Workshop 12
Beteiligung von Kindern in Krisensituationen
Unterbringungen in Bereitschaftspflegefamilien können häufig nicht umsichtig geplant werden, da sie aus Notsituationen entstehen. Es muss oft schnell gehandelt werden, um das Wohl des Kindes zu sichern – ohne die Zeit zu haben (oder sie sich zu nehmen) das Kind selbst in Ruhe auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten und es selbst dazu anzuhören.

Folgende Fragen und Themen wollen wir mit den Teilnehmer_innen des Workshops bearbeiten:

  • Wie kann eine altersgemäße Beteiligung von Kindern in allen Phasen der Bereitschaftspflege (Aufnahme, Perspektivklärung und -umsetzung) aussehen?
  • Wer von allen am Prozess Beteiligten sichert die altersgemäße Beteiligung des Kindes? Welche (Ausdrucks-) Formen von Beteiligung (Aussagen, Malen, Spiel, …) gibt es und wie können diese dokumentiert werden?
  • Wie kann Beteiligung konkret aussehen – in der Bereitschaftspflege, im Kontakt mit Herkunftsfamilie, dem Jugendamt, der Fachberatung, Gerichten, Vormündern, um neue Perspektiven zu erschließen?
  • Wo liegen Grenzen, wo neue Möglichkeiten der Beteiligung von Kindern?

Referent_innen:
Andrea Beilich, Netzwerk Pflegefamilien, VSE NRW e. V.
Kai Matzek, Netzwerk Pflegefamilien, VSE NRW e. V.
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Biografische Weichenstellungen

Workshop 13
Brücken bauen und informieren – Biografiearbeit in der Bereitschaftspflege
In der Bereitschaftspflege hat Biografiearbeit einen anderen Stellenwert als bei langfristig angelegten Pflegeverhältnissen. Die betroffenen Kinder haben häufig eine unvorbereitete Trennung erlebt und befinden sich dann in einer zunächst nicht absehbaren Übergangssituation.
Biografiearbeit kann Kindern in diesem biografischen Schwebezustand helfen, eine Brücke zwischen dem Vorher, der aktuellen Situation und dem Nachher zu bauen und verdeutlichen, was gerade warum passiert. Durch die anschaulichen Methoden der Biografiearbeit kann eine offene Kommunikation mit Kindern unterstützt werden. Wenn dies gelingt, können so Belastungen und Schuldgefühle in der befristeten Unterbringung minimiert und ein positives Selbstkonzept der Kinder gefördert werden.
Wie dies konkret aussehen kann und was die Berater_innen der Pflegekinderhilfe dazu beitragen können, werden wir in diesem Workshop gemeinsam entwickeln.

Referentin:
Heidrun Sauer, Kompetenzzentrum Pflegekinder e. V.
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Workshop 14
»Im Wechselbad der Gefühle« – Weichenstellung »Rückführung«
In diesem Workshop sollen einige Fragen zur Rückführung fokussiert werden:

  • Wie kann dieser bewegte Prozess für die Kinder und Jugendlichen so gestaltet werden, dass sie diese Phase nicht als einen biographischen Bruch erleben, sondern sich im Prozess mitgenommen fühlen und die einzelnen Schritte verstehen und integrieren können?
  • Welche Rahmenbedingungen ermöglichen die Rückführung des Kindes oder des Jugendlichen  in seine (Herkunfts-)Familie?
  • Wie kann der Prozess von den Bereitschaftspflegefamilien und der Fachberatung gut unterstützt und begleitet werden?
  • Bei welchen Bedingungen muss im Verlauf eines Rückführungsprozesses über einen anderen sicheren Lebensort nachgedacht werden?

Es werden  Filmausschnitte von Interviews mit Beteiligten aus der Rückführungsarbeit vom ambulanten Team von PFIFF gGmbH gezeigt und  analysiert. Die Teilnehmenden  erhalten unterschiedliche Beobachtungsaufgaben. Ziel ist es, entscheidende Faktoren und notwendige Rahmenbedingungen für erfolgreich verlaufende Rückführungen festzuhalten und für die eigene Praxis nutzbar zu machen.

Referentin:
Nicole de Vries, Pädagogische Leitung, PFIFF gGmbH Hamburg
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Workshop 15
Fishbowl:  Bereitschaftspflegeeltern als Expert_innen für die Übergangsgestaltung
Die Gestaltung von Übergängen ist für Bereitschaftspflegeeltern ständige Herausforderung und gängige Praxis: Sei es der – in der Regel unvorbereitete, krisenbelastete – Übergang des Kindes aus seinem bisherigen Lebensmittelpunkt in die Bereitschaftspflegefamilie, sei es der Übergang des Kindes zurück in sein Familiensystem oder aber in eine neue – auf mehr Kontinuität ausgerichtete Pflegefamilie. Immer sind die Bereitschaftspflegeeltern gefordert, mit höchster Sensibilität für alle Beteiligten die erforderlichen Prozesse einzuleiten und zu begleiten. Erschwert wird diese anspruchsvolle Aufgabe noch durch die im Einzelfall sehr unterschiedlichen zeitlichen Vorgaben, die ein Höchstmaß an Flexibilität erforderlich machen. Last not least müssen auch die Bereitschaftspflegeeltern und ihre Familien die jeweiligen Übergänge vollziehen und bedürfen der aufmerksamen Selbstfürsorge.
Im Rahmen eines Fishbowls werden Bereitschaftspflegeeltern aus ihrer alltäglichen Praxis berichten, mit welchem Selbstverständnis, welchen konkreten Methoden und Arbeitsschritten sie die jeweiligen Übergänge gestalten und was sich besonders bewährt hat. Die Teilnehmer_innen haben die Möglichkeit, sich aktiv in der Gesprächsrunde einzubringen.

Moderatorinnen:
Andrea Dittmann, Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen
Corinna Petri, Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen
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Workshop 16
Gespräche mit Kindern / Aussagedokumentation
Für Hilfeplanung, Diagnostik, familiengerichtliche Verfahren und in der Folge für die Perspektivplanung des Kindes sind die Beobachtungen aus dem Alltag und die Beschreibungen der Familiären Bereitschaftsbetreuung (FBB)-Stelle von zentraler Bedeutung.
Diese  Beobachtungen zu den Kindern sollten aber wertfrei beschrieben und in der Folge verwertbar dokumentiert werden. Insbesondere dann, wenn FBB-Stellen keine professionellen Fachkräfte sind, bedarf es einer Schulung und Unterstützung, um den Erfordernissen einer qualifizierten Dokumentation gerecht zu werden. So geht es um Fragen und Inhalte wie:

  • Gespräche mit Kindern – gering und stark suggestive Fragen und Reaktionen beobachten, beschreiben, bewerten 
  • Wie kann man Beobachtungen, z. B. die Mimik eines Menschen, wertfrei beschreiben (Übungsmöglichkeiten)?
  • Dokumentationsbogen für FBB-Stellen
  • Aufmerksamkeitspunkte / Fallstricke

In dem Workshop  wird  exemplarisch eine Schulungsmöglichkeit für die Qualifizierung von FBB-Stellen vorgestellt und in praktischen Übungen erprobt.

Referentinnen:
Maren Schotte, Fachberatung FBB, Jugendamt Düsseldorf, Pflegekinderdienst
Andrea Väthjunker, Fachberatung FBB, Jugendamt Düsseldorf, Pflegekinderdienst 
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Workshop 17
Übergänge gestalten – Kontinuität sichern
Pflegekinder leben oft lange Zeit in Übergangssituationen. So entstehen Zeiten, in denen sie sich in ihre Übergangs-/Bereitschaftspflegestellen eingewöhnen, in vielen Fällen sogar binden. Nachdem die Perspektive der Kinder geklärt ist, steht meistens ein weiterer Wechsel ihres Lebensortes an, eine Rückführung in ihre Familie, der Umzug in eine dauerhafte Pflegefamilie oder eine Heimeinrichtung. Übergänge sind (fast) immer mit Belastungen verbunden, aber es geht darum, die Kinder vor einer weiteren Abbrucherfahrung zu schützen. Deshalb müssen diese Übergänge im professionellen System gut geplant und begleitet werden.
Wir wollen erarbeiten, was dabei beachtet werden muss. Wie können Übergangs-/Bereitschaftspflegestellen und die Menschen am neuen Lebensort einbezogen und begleitet werden? Wie lässt sich ein Rahmen gestalten, der Sicherheit und Kontinuität schafft sowie Raum für die Trauer lässt, die ein Kind erlebt, wenn es seinen vertrauten Lebensort verlassen muss?

Referent_innen:
Janine Habbe, PiB – Pflegekinder in Bremen gemeinnützige GmbH
Olaf Kreykenbohm, PiB – Pflegekinder in Bremen gemeinnützige GmbH
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Kooperationen

Workshop 18
Zusammenarbeit mit dem Familiengericht
In vielen Fällen der Unterbringung in Bereitschaftspflege ist ein familiengerichtliches Verfahren unvermeidlich. Im Gerichtsverfahren wird geprüft, ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegt (§ 1666 BGB) und ob und wenn ja welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Die Fachkräfte im Jugendamt regen diese Verfahren in der Regel an und sind zur Mitwirkung verpflichtet (§ 50 SGB VIII). Neben der Klärung der Perspektive für das Kind und seine Familie aus sozialpädagogischer Sicht müssen auch die Fachkräfte ihre Einschätzung zum Kindeswohl dem Familiengericht gegenüber einbringen und sich insoweit verständlich machen. Nicht selten prallen hier unterschiedliche (Begriffs-)Welten aufeinander, die eine gelingende Zusammenarbeit behindern können. Im Workshop sollen Lösungsansätze für eine gute Kooperation hinsichtlich allgemeinem verfahrensübergreifendem Austausch, Mitwirkung und Stellungnahmen im konkreten Gerichtsverfahren sowie Möglichkeiten der Verfahrensbeschleunigung gesammelt und diskutiert werden.

Referent_innen:
Diana Eschelbach, unabhängige Juristin, Kompetenzzentrum Pflegekinder e. V., Berlin
Michael Grabow, Familienrichter am Amtsgericht Berlin
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Workshop 19
Ombudschaften – Impulse für eine neue Weichenstellung
Die Gelingensbedingungen von Jugendhilfe werden größer, wenn die Betroffenen von Beginn an in den Hilfeanbahnungs- und Planungsprozess größtmöglich eingebunden werden. Wird dies von den am Planungsprozess beteiligten Fachkräften nicht ausreichend berücksichtigt, kann eine ombudschaftliche Unterstützung (fachliche und rechtliche Beratung und Begleitung) einer unabhängigen Ombudsstelle dazu dienen, neue Impulse zu setzen und dem betroffenen Kind oder dem Jugendlichen zu einer angemessenen Partizipation verhelfen.
Die Teilnehmer_innen werden anhand exemplarischer Beratungsanfragen einen Rechtekatalog und einen Beschwerdefahrplan erstellen, der Kinder und Jugendliche (und deren Bezugspersonen) ermutigen soll, das Einfordern einer ombudschaftlichen Vertretung als eine geeignete Form der »Beteiligung« von Kindern und Jugendlichen zu verstehen.

Referent_innen:
Ines Kurek-Bender, Ehrenamtliche Ombudsfrau in der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte in Hessen e. V.
Frank Dorsch-Irslinger, Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte in Hessen e. V.
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Workshop 20
Brennpunkte in der Bereitschaftspflege –
Perspektivklärung, Umgangskontakte,  Vermittlungsentscheidung
Häufig entstehen Konflikte innerhalb der Bereitschaftspflege im Kontext der Perspektivklärung, in der Auseinandersetzung um Häufigkeit und Gestaltung von Umgangskontakten sowie im Zusammenhang mit der Entscheidung und Umsetzung einer Vermittlung. Nicht selten fehlt es in diesem Zusammenhang an Kooperations- und Kommunikationsmöglichkeiten, die die unterschiedlichen Blickwinkel, Bedarfe und Rechte der Betroffenen (Kind, Eltern, Bereitschaftspflegeeltern und möglicherweise Pflegeeltern) sowie der beteiligten professionellen Akteure (ASD, PKD, Fachdienst Bereitschaftspflege, Vormund) ausgewogen berücksichtigen. In diesem Workshop wird zunächst aus juristischer Perspektive auf die potentiellen Brennpunkte geschaut und der grundlegende rechtliche Rahmen von Aufenthaltsbestimmung und Regelung von Umgangskontakten im Vieleck der Bereitschaftspflegeakteure dargestellt. Im weiteren Verlauf werden dann, auf Basis ausgewählter Ergebnisse des »Modellprojektes Bereitschaftspflege«, Handlungsoptionen vor allem für die professionellen Akteure diskutiert und es wird der Frage nachgegangen, wie in der alltäglichen Praxis der Bereitschaftspflege Kooperation zwischen den unterschiedlichen Beteiligten gelingen kann und so potentielle Brennpunkte vermieden oder abgemildert werden können.

Referentinnen:
Katharina Lohse, Leiterin der Abteilung Rechtsberatung/Politik/Forschung, DIJuF Heidelberg
Judith Pierlings, wissenschaftliche Mitarbeiterin Hochschule Düsseldorf, Mitglied Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen
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